Geschrieben am 23. 02. 2018
 

Die Drachenfels Sage: Wie der Drachenfels zu seinem Namen kam

Einer der schönsten Orte zum Wandern in der Gegend um Bonn ist nach wie vor die Umgebung rund um den Drachenfels. Nah am Rhein türmt er sich empor, gesäumt vom tiefgrünen Wald, schroffen Fels, gekrönt von einer ritterlichen Burg aus vergangenen Tagen. Der Drachenfels besitzt einen ganz eigenen, romantischen Charme. Obwohl der Drachenfels nur recht wenige Meter aufs Maßband bringt, rühmt er sich mit der uralten Drachenfels Sage!

Dürfen wir vorstellen: der Drachenfels.

Der Drachenfels ist ein Berg im Siebengebirge direkt am Rhein zwischen Königswinter und Bad Honnef. Er misst gerade einmal 321 Meter über Normalhöhennull, doch seine hervorragende Lage am Rhein eignete sich ideal zur Erschließung durch eine Burg. Die Ruine der Burg Drachenfels aus dem Jahre 1167 thront noch heute auf der Spitze des Berges und ermöglicht einen wunderbaren Blick über das Rheintal. Schon damals hat die fantastische Lage die Bevölkerung rund um den Drachenfels fasziniert und schon bald gingen die ersten Geschichten, Sagen und Mythen über den Drachenfels um.
 
Der Name des Drachenfels mutet bereits eine mystische Vergangenheit an. Dieser tauchte 1149 in einer Urkunde auf und leitet sich von einer volkstümlichen Sage ab. Unter anderem wurde ein Bezug zur weltbekannten Nibelungensage hergestellt, der aber nie vollends nachgewiesen werden konnte.

Eine malerische Darstellung des Drachen der Drachenfels Sage

Schon gewusst?

Der Drachenfels ist ein Erzeugnis aufsteigender Magma, die es nicht zur Erdoberfläche geschafft hat und darunter domartig erstarrt ist. Vulkanologen sprechen in diesem Fall von einer Quellkuppe. Der daraus entstandene Drachenfels-Trachyt aus den Steinbrüchen wurde im Mittelalter zum Bau des Kölner Doms genutzt. Doch im Jahre 1836 wurde der Abbau durch die preußische Regierung gestoppt, um die Silhouette des Berges zu erhalten. Dadurch konnte die preußische Regierung verhindern, dass der Drachenfels vollständig für den Bau des Kölner Doms herhalten musste und Stück für Stück abgetragen wurde.

Die Drachenfels Sage

Bereits im Mittelalter setzte sich die Sage um den Drachen am Drachenfels durch. Der volkstümliche Mythos ist weit in der Region verbreitet und handelt von einem furchteinflößenden, prachtvollen Drachen, der auf dem Drachenfels hauste, in einer Zeit in der am Rhein noch Heiden lebten. Die Bewohner des Siebengebirges hatten große Angst vor dem Drachen auf dem Berge und lebten in ständiger Furcht. Sie brachten der feuerspeienden Bestie tagtäglich ein Menschenopfer, um sie zu besänftigen. Meist handelte es sich hierbei um einen armen Kriegsgefangenen, der zur falschen Zeit am falschen Ort war. Unweit der Höhle des fliegenden Ungetüms banden die Heiden das Opfer an einen Baum und warteten unruhig auf die Dämmerung. Nie war klar, ob das Opfer den Drachen besänftigen würde oder ob er seine Unzufriedenheit an den Bewohnern des Dorfes auslassen würde...
 
Es verging einige Zeit und der Drache verschlang Tag für Tag ein Opfer des Landes. Eines Tages brachten die Bewohner eine ganz besondere Gefangene aus dem Krieg mit. Es handelte sich um eine christliche Jungfrau von unbändiger Schönheit. Die Herren des Landes fingen an, um sie zu streiten und jeder beanspruchte ihre Jugend für sich. Um den Streit zu schlichten, beschlossen die Männer, die Jungfrau dem Untier zu opfern.

Panorama um den Drachenfels in der Nähe von Bonn

Ganz in Weiß gehüllt, wie auf einer Hochzeit, wurde die Jungfrau – als die letzten Sonnenstrahlen des Tages verschwanden - dem brüllenden Drachen präsentiert. Die junge Christin stand ganz ruhig und lies sich von der Bestie trotz Gebrüll nicht einschüchtern. Mit glühendem Atem war der Drache kurz davor, die mutige Jungfrau zu verschlingen, als diese ihr Kreuz empor hob, welches sie um den Hals trug. Das Ungeheuer wich schlagartig zurück, taumelte und fiel brüllend und kreischend den Drachenfels hinab in den Rhein – und starb.
 
Die Landbewohner waren so voller Dankbarkeit und Freude, dass sie die Jungfrau in ihre Heimat entließen und um einen Priester baten, der ihnen das Christentum bringen sollte.

Wanderungen am Drachenfels

Aufgrund der mystischen Sagen und Geschichten, die sich um den Drachenfels ranken, ist eine Wanderung definitiv ein spannendes Erlebnis. Gerade Kinder können von den zauberhaften Geschichten nicht genug bekommen und hoffen einen Beweis für das Leben des Drachen ausfindig machen zu können. Neben dem Drachenfels selbst solltet ihr euch natürlich die Burg Drachenfels und auch Schloss Drachenburg nicht entgehen lassen.


 
Wir wünschen euch viel Vergnügen!
Euer Unterwegs BonnTeam